Zur Zukunft der KRK Eglofs
Zukunft muss gestaltet werden, wenn sie unseren Erwartungen entsprechen soll. Ansonsten werden andere Kräfte sie gestalten, mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht nach unserem Gusto.
Es ist eine viel zitierte Platitude, dass ein Verein vom Engagement seiner Mitglieder lebt. Anders ausgedrückt heißt das, ein Verein ist nur soweit am Leben, wie es seine Mitglieder sind. Wenn das Interesse der Vereinsmitglieder an der Umsetzung des Vereinszwecks oder die Zahl der Mitglieder nachlassen, wird der Verein blass und sowohl nach innen, wie nach außen, unattraktiv. Auch das Engagement einiger Weniger im Verein wird daran nichts ändern. Wenn ein Verein also an Lebendigkeit verliert, stellt sich die Frage: Neubelebung oder Akzeptanz des Niedergangs!
Diese Erkenntnisse vor Augen, hat der Vorsitzende der KRK Eglofs Anfang 2026 den Verein mit der Frage konfrontiert, wie sich die Vorstandsmitglieder die Zukunft der KRK Eglofs vorstellen und ob sie sich überhaupt eine Zukunft vorstellen können.
Einige Rahmenbedingungen haben zu dieser Frage geführt:
- Wir haben keinen Weltkriegsteilnehmer mehr in unseren Reihen. Und obwohl es mit dem Vorsitzenden einen Kriegsteilnehmer (Balkan und Afghanistan) gibt, scheint der Begriff „Krieger“ nicht mehr zeitgemäß. Dies vor allem auch deshalb, weil es inzwischen in Deutschland eine Regelung gibt, wonach ehrenhaft gediente Soldaten einheitlich als Veteranen bezeichnet werden. Kriegsteilnehmer wären dann Kriegsveteranen.
Um den Verein an die aktuellen Entwicklungen und Gegebenheiten anzupassen hat der Vorsitzende deshalb u.a. vorgeschlagen, den Namen des Vereins von KRK Eglofs in Veteranenverein oder Veteranenkameradschaft Eglofs umzuwandeln.
Seit 2024 gibt es den Veteranentag in Deutschland. Er soll vor allem dazu dienen, die Dienste der Soldaten, die sie im Auftrag des Staates wahrnahmen, künftig deutlicher hervorzuheben. Es ist der Versuch, die über lange Jahre hinweg ablehnende Haltung bzw. gleichgültige Ignoranz gegenüber dem Beruf oder der Pflicht der Soldaten umzuwandeln in eine anerkennende Wahrnehmung. Dies gilt letztlich für alle Staatsdiener, die ihre Pflichten treu und gewissenhaft erfüllt haben, ob Polizisten, Feuerwehrleute, THW und auch viele nicht-uniformierte Staatsdienende. Gerade deshalb will die KRK Eglofs den Verein für alle Staatsdiener öffnen. Um Sichtbarkeit und öffentliche Wahrnehmung der Veteranen zu verbessern, hat die KRK Eglofs für die Zukunft eine feierliche Begehung des Veteranentags ins Auge gefasst. - Nach Aussetzung der Wehrpflicht im Jahr 2011, also vor nunmehr 15 Jahren, hat die KRK Eglofs kaum noch Nachwuchs in seine Reihen aufnehmen können. Selbst aktive Soldaten aus dem Eglofser Einzugsgebiet sehen in der KRK Eglofs keine Vereinsheimat. Es stellt sich deshalb die Frage, wie der Verein attraktiver und für eine breitere Interessentengruppe besser aufgestellt werden könnte.
Da die aktuelle Situation der Bundeswehr ein Wiederaufleben des Zugangs neuer gedienter Soldaten und Soldatinnen kaum erwarten lässt, hat der Vorsitzende vorgeschlagen, den Bereich der qualifizierten Mitglieder zu erweitern auf alle quasi Veteranen, die einst im Staatsdienst gedient und diesen Dienst ehrenhaft beendet haben. Außerdem sollten auch aktive Staatsdiener zu regulären Mitgliedern gehören können. Ausdrücklich würde der Verein auch ehemalige Soldaten der NVA begrüßen, womit der Verein über die Regelungen des aktuellen Veteranenerlasses hinausginge. - Eine der Aufgaben, die die KRK Eglofs im Namen der Gemeinde seit Generationen übernommen hat, ist die organisatorische und prozedurale Durchführung des stillen Gedenktages am Volkstrauertag. Dieser Gedenktag wird allerdings nur noch von wenigen Einwohnern wahrgenommen und honoriert.
Die KRK Eglofs wird deshalb in Zusammenarbeit mit den üblichen Mitwirkenden am Volkstrauertag (Musikkapelle, Männerchor, andere Vereine mit Fahnenträgern etc.) Überlegungen anstellen, wie diese Veranstaltung wieder attraktiver werden kann, um die Bewohner unseres Ortes zu einer Teilnahme zu bewegen. Sollte dies nicht gelingen, wird der Verein über kurz oder lang diese Tradition aufgeben. In diesem Zusammenhang ist auch das Engagement des Vereines hinsichtlich Pflege des Denkmals für die Opfer der Weltkriege zu sehen. Auch diese Aufgabe wird zur Disposition stehen, wenn die Mitgliederzahl des Vereins weiterhin schrumpft und die Mitglieder überaltern.
Die hier angestellten Überlegungen hinsichtlich „Revitalisierung“ der KRK Eglofs, und die Liste erhebt nicht den Anspruch auf Vollständigkeit, machen nur Sinn, wenn sie der Gemeinschaft dienen und die Gemeinschaft einen modernen Veteranenverein wollen und unterstützen würden. Andernfalls werden die Bemühungen im Sande verlaufen und der traditionsreiche Verein über kurz oder lang aus dem Eglofser Vereinsleben verschwinden.
